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Wir sind die ComMuWity!

Foto: Museum Wiesbaden

#ohnekulturwirdsstill

In ungewöhnlichen Zeiten, neue Wege gehen: eine Führung, ein Meet&Greet mit dem Kurator, ein Kreativworkshop – und das alles DIGITAL. Das Museum Wiesbaden entwickelt neue Formate, um in Zeiten der pandemiebedingten Schließung den Zugang zu Kultur zu wahren.

Der 4. Februar 2021 ist ein aufregender Tag für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums Wiesbaden. Am Abend finden nämlich gleich zwei Events statt: Um 18 Uhr startet die erste Online-Führung durch die expressionistische Schau August Macke. Paradies! Paradies? für alle Interessierten. Und direkt im Anschluss findet ein digitales Meet&Greet mit Dr. Roman Zieglgänsberger, Kurator der Ausstellung, sowie einem Kreativworkshop mit Daniel Altzweig (Bildung&Vermittlung) für Kultur- und Medienschaffende statt.

Foto: Museum Wiesbaden
Foto: Museum Wiesbaden
Foto: www.amproduction.de
Foto: www.amproduction.de

Von der Idee zur Umsetzung

Wie entsteht eigentlich so ein Event? Am Anfang kommt natürlich zuerst die Idee. Und wir können Ihnen verraten: Bis zur tatsächlichen Umsetzung gibt es Vieles zu bedenken. Von technischen Fragen und Herausforderungen bis hin zum einheitlichen
Hashtag des Abends – ein Rund-um-Paket mit kleinen Stolpersteinen, jeder Menge Teamgeist und einem großen Spaßfaktor! Sollte das Event für Kultur- und Medienschaffende ursprünglich vor Ort bei uns im Museum in der Ausstellung August Macke. Paradies! Paradie? stattfinden, galt es mit dem zweiten Lockdown die Veranstaltung ins Digitale zu verlegen. Für uns war klar: Wir wollen die ComMuWity zusammenbringen und das Projekt auf jeden Fall realisieren. Chancen ergreifen und neue Wege gehen, lautete nun die Devise - und so sind wir zu unserer ersten Onlineführung gekommen.

Wie lange soll die Führung sein? Wo kann sie gestreamt werden? Was brauchen wir für den Kreativworkshop, welche Utensilien schicken wir den Teilnehmenden vorab per Post zu? Mit an Board waren Kulturvermittlerin Anke von Heyl, die uns stets mit viel Rat und Tat zur Seite stand, sowie Adrian und Justus Metzger von AMProduction für die technische und filmische Umsetzung.

Ein paar Tage vorher werden also Überraschungspakete für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Anschlussevents gepackt und dann ist es auch schon so weit: Ein letzter Sound- und Technik-Check am Nachmittag und es kann losgehen.

Fotos: www.amproduction.de
Fotos: www.amproduction.de

Und die Ergebnisse können sich zeigen – pardon – lesen lassen:

Dank der vielen und abwechslungsreichen Blogbeiträge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kann dem bunten und paradiesischen Abend auch noch nach mehreren Wochen nachgefühlt werden. Gerne möchten wir an dieser Stelle die sehr erfrischenden Blogartikel vorstellen: Kunst, Corona und aktuelle Sehnsüchte lautet die Überschrift von Maria-Bettina Eich auf ihrem Blog Kindamtellerrand. Oder doch eher Macken im Paradies?, wie der Titel von Michael Bauer heißt, der sich jedoch auch sogleich selbst korrigiert: „Ach nee, Macke ohne n. Ich geh‘ ja schon mal gerne ins Museum“. Gerne ins Museum kommen auch Kulturflüsterin Lena Kettner und Farbenfreundin Bärbel Klein. Aufgrund der pandemiebedingten Schließung vom 1. November 2020 wurde der Besuch im Museum Wiesbaden jedoch ein Spaziergang Digital durchs Museum beziehungsweise ein Besuch von Zuhause ins Museum. Dabei hatten alle Teilnehmenden stets Das Paradies vor Augen, wie Kulturvermittlerin Anke von Heyl ihre Überschrift benennt. Gerade die Sehnsucht nach Kunst, die Begegnung mit Kunst ist für alle ein wichtiges Thema in Zeiten, in denen Kultur nicht immer zugänglich ist, wie Wibke Ladwig den Beitrag auf ihrem Blog Sinnundverstand betitelt. Für Anita Thanhofer steht jedenfalls fest: So geht Kulturvermittlung im digitalen Raum! Auch bei Anja Gebauer liegt der Fokus auf der Online-Vermittlung im Museum. Die Tür ins Paradies öffnet auch Esther Klippel mit Gestatten – Paradies! Paradies? auf ihrem Blog Gestatten-Kunst. Doch was steckt eigentlich hinter dem Ausstellungstitel, wofür stehen das Ausrufe- und danach das Fragezeichen? Wera Wecker geht dieser Frage in ihrem Artikel Paradies! Paradies? nach. Was das Paradies für August Macke war, darüber schreibt Angelika Schoder in ihrem Beitrag über August Macke: „Seine Vorstellung vom Paradies hielt er an verschiedenen Orten fest – im familiären Heim, im Rheinland, in der nahen Schweiz und ebenso jenseits des Mittelmeers in Afrika.“ Ines Stadie greift in ihrem Beitrag Paradies! Paradies? zudem die Frage des Kreativworkshops auf: „Und wo ist dein Paradies?“ Einige Eindrücke von dem Event und von dem anschließenden Kreativworkshop, in dem es darum ging, mit verschiedenen Materialien das Paradies gestalterisch umzusetzen, können Sie auch auf den Instagram-Accounts von Laura Krautkrämer (@krautkraemerin), Kai Eric Schwichtenberg (@retrospektiven), Michael Stacheder (@theaterwelten), Dagmar Eckhardt (@dagmareckhardt), Clia Vogel (@digitale_oekotante) und Ute Vogel (@frauvogel) erhalten. Vielleicht ein Traumhaus an Wasser und Bergen? Oder ist es doch eher Elisabeth Macke, die eine besondere Anziehungskraft, einen paradiesischen Bann auf den Betrachtenden ausübt?

Foto: Dagmar Eckhardt
Foto: Dagmar Eckhardt
Foto: Kai Eric Schwichtenberg
Foto: Kai Eric Schwichtenberg
Foto: Ines Stadie
Foto: Ines Stadie
Foto: Clia Vogel
Foto: Clia Vogel

Sie möchten wissen, was Kurator Dr. Roman Zieglgänsberger und Daniel Altzweig über das Event sagen?

Zitat Dr. Roman Zieglgänsberger

„Für mich persönlich war das eine ungemein spannende neue Erfahrung, normalerweise führen wir reale Besucherinnen und Besucher durch die Ausstellung, reagieren sofort auf die Fragen. Dies war hier nicht der Fall – man geht mit dem Kamerateam durch die Ausstellung und erhält nicht wirklich ein Feedback, weil dieses natürlich auch hochkonzentriert ist, und man selbst deshalb gar nicht genau weiß, ob man das, was man sagen wollte, tatsächlich vermittelt bekommen hat. Umso schöner waren dann die vielen positiven Rückmeldungen, die uns in den folgenden Tagen auf ganz unterschiedlichen Wegen erreicht haben, unter anderem sogar mit einer ‚analogen‘ Postkarte ans gesamte Museums-Team. Die haben wir dann eingescannt und an den internen Museumsverteiler digital verschickt. Die Freude war groß!“

Zitat Daniel Altzweig

„Ich gebe zu, dass ich anfänglich es für nicht möglich hielt etwas Bildnerisch-Kreatives vor der Kamera digital rüberzubringen, wurde aber dann schnell eines Besseren belehrt: nämlich wie wohltuende es sein kann, mit hoch motivierten Teilnehmer*innen in einen Dialog zu treten, der nicht nur aus Reden, sondern vielmehr im gemeinsamem Nachdenken und Assoziieren, In-Sich-Gehen, Falten, Schreiben und Schneiden bestehen und eine wohltuende Stille erzeugen kann. Das Ganze klug durchsetzt mit eingestreuten Fragen an mich zur Bildungsarbeit des MUWI seitens der Moderatorin! Diese Art der Begegnung hat mir - gerade in Zeiten der Pandemie- mehr als nur gut getan. Schön, eine solch positive Resonanz auch im Nachgang zu bekommen!“

Einige Ergebnisse des Kreativworkshops sind derzeit auch in unserem EDU-Forum zu sehen. Und eventuell hängt ja auch bald Ihres mit dabei?


Die Zahlen sprechen für sich

Der Hunger nach Kultur ist groß (gewesen), das kostenlose Angebot einer Führung durch die derzeitige Winterschau August Macke. Paradies! Paradies? scheint genau ins Schwarze zu treffen: Zeitweise verzeichnete das Museum am Tag der Erstausstrahlung circa 12 000 Zugriffe über die (teils überlastete) Museumshomepage und knapp 5000 Zuschauer auf seinem Youtube-Kanal. Und auch die weiteren Sendetermine erfreuten sich eines breiten Publikums – die Entscheidung, die Führung während der Ausstellungslaufzeit als kostenloses digitales Angebot allen Besucherinnen und Besuchern zur Verfügung zu stellen, fällt leicht. Seit dem 10. März kann die aufgezeichnete Kuratorenführung mit Dr. Roman Zieglgänsberger auf der Homepage des Museums Wiesbaden jederzeit abgerufen werden.


Sie kennen die Führung noch nicht?

Bis zum 9. Mai können Sie das Video hier abrufen und für circa 40 Minuten bequem von Zuhause aus ins Paradies eintauchen. Wir wünschen viel Freude!

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