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Paradiesvögel

25 Mai – 16 Nov 2014

Die Pracht der Paradiesvögel ist legendär.
Sie leben verborgen in den tropischen Wäldern Neuguineas, Australiens und der Molukken. Seit 400 Jahren erforscht, sorgen immer neue Details aus ihrem Leben für Überraschungen. Das Museum rückt diese spektakuläre Vogelfamilie und ihre Natur- und Kulturgeschichte in das Zentrum einer umfangreichen Ausstellung. Grundlage ist die Wanderausstellung „Paradiesvögel: Gefiederte Top-Models und göttliche Verführer“ des Museums Mensch und Natur in München.
Kaum eine andere Tiergruppe hat die Fantasie mehr angeregt. Bereits mit den ersten Handelsschiffen der Portugiesen und Niederländer erreichten Europa Präparate von Paradiesvögeln, denen die Beine fehlten. Nur das sagenhafte Gefieder sollte präsentiert werden und so entstand die Legende, die den Tieren ein Landen auf Erden versagte und sie zu Göttervögeln werden ließ.

Woher sie eigentlich stammen, blieb lange unbekannt. Alfred Russel Wallace, Mitentdecker der Evolutionstheorie, war der erste Europäer, der sie 1857 auf den Aru-Inseln beobachtete. Was er von ihren Balztänzen und ihrem Lebensraum zu erzählen hatte, fand nicht nur Eingang in die Zoologiebücher. Die Welt staunte und entschied, genauer hinzusehen.
Zahlreiche Expeditionen wurden ausgesendet und inzwischen kennt man 42 Arten. Doch wurde mit den Tieren auch viel Geld verdient, denn in Europa waren sie als Modeaccessoires sehr beliebt. Weltweite Proteste führten um 1914 zu den ersten Naturschutzgesetzen und verhinderten die Ausrottung der Tiere.

Ende des 20. Jahrhunderts entstanden die ersten Filmaufnahmen mit David Attenborough und erst 2012 gelang es Edwin Scholes und Tim Laman, alle Arten zu fotografieren. Die in der Ausstellung gezeigten Aufnahmen dieser Naturforscher dokumentieren das faszinierende Balzverhalten der Vögel. Auf der Suche nach neuen Arten stieß man auf Neuguinea auch auf zahlreiche indigene Kulturen wie beispielsweise die der Huli im südlichen Hochland Neuguineas, für die Paradiesvögel noch immer ein bedeutender Teil ihres Lebens sind. Mit Fotografien und Ethnografika wirft die Ausstellung auch ein Licht auf das kulturelle Leben der Insel.

Der Nassauer Arzt Ernst Albert Fritze praktizierte vor knapp 200 Jahren auf Java. Seinem naturwissenschaftlichen Interesse ist ein großer Teil der Wiesbadener Sammlung zu verdanken, die im Zentrum der Ausstellung steht. Aus Neuguinea und Australien finden sich darin 22 Paradiesvogelarten und hunderte anderer Tiere, die von der Andersartigkeit der Region künden. Hier leben eierlegende Igel, Vögel mit giftigen Federn oder einer Vorliebe für Maibäume, Laufvögel mit Helm oder Tauben mit Krone und auf Bäumen herumspringende Kängurus. Die meisten Arten sind wohl noch unbekannt.

 

 

Schwanzfeder eines Königsparadiesvogels
(Cicinnurus regius)
(c) Museum Wiesbaden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Albert Oehlen

21 Jun – 21 Sep 2014

Albert Oehlens großformatige Gemälde, Collagearbeiten und Zeichnungen sind eindrückliche Kompositionen, deren zentrales Thema das Bild selbst ist. Am Anfang von Oehlens vielgestaltigem Werk steht die Frage nach der Wirkung von Bildern und nach den Bedingungen, unter denen Gemälde erschaffen, gesehen und verstanden werden.

In seiner Malerei geht es um die Frage, was mit einem Bild ausgesagt werden kann, was darstellbar, was lesbar ist. Albert Oehlens Bilder dienen nicht der Weltverbesserung, sie dienen der Bildverbesserung, sie gehen der Frage nach, wer die Hoheit über Stil, Geschmack oder Ästhetik besitzt (am besten der Künstler) und malen sich an eine Antwort auf die alles entscheidende Frage heran, ob Kunst überhaupt etwas anderes als abstrakt sein kann "postungegenständliche Malerei").
Albert Oehlen ist seit 1971 Künstler, er lebt und arbeitet in den folgenden zehn Jahren in Berlin, Hamburg und Düsseldorf. Unter dem Titel "Bevor ihr malt, mach ich das lieber" findet 1981 seine erste Einzelausstellung bei Max Hetzler in Stuttgart statt, seitdem stellt er regelmäßig in Deutschland, Spanien, USA, Frankreich, Italien und Österreich aus. Einem Arbeitsaufenthalt in Los Angeles 1990 folgen bis ins Jahr 2000 Atelierstationen in Segovia, Wien, La Palma und Köln. Der Serie der ab 1982 entstehenden Spiegelbilder folgen die Werkgruppen der Fn-Bilder und der in Los Angeles konzipierten Computerbilder. Nach einem Besuch der Ausstellung Action Painting in der Fondation Beyeler widmet sich Oehlen ab 2008 seiner Fingermalerei, parallel entstehen mit Plakatmotiven großflächig beklebte und dann über- oder bemalte Bilder und seit 2009 großformatige
Collagebilder.
Zentraler Bestandteil der Ausstellung im Museum Wiesbaden sind Werke Albert Oehlens aus den vergangenen zehn Jahren. Für die Ausstellung entstehen eine Reihe neuer Bilder, denen sich Werke aus den 80er- und 90er- Jahren hinzugesellen. Daneben erhält Albert Oehlen carte blanche für die Hängung der Sammlungen des Museums
und ist eingeladen, Freunde mitzubringen oder Werke von Künstlern, die er schon immer in Wiesbaden zeigen wollte.

Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit zwischen Künstler und Museum wird keine Retrospektive sein, sondern eine opulente Hommage an das künstlerische Tun Albert Oehlens werden, eine schöne Schau seiner Werke und ein eindrucksvolles Panorama dessen, was in seinem Orbit vorgeht.

 

Albert Oehlen, FM 19, 2008, Privatsammlung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ludwig Knaus

27 Jun – 2 Nov 2014

Der gebürtige Wiesbadener Künstler Ludwig Knaus war einer der führenden Genre- und Porträtmaler des 19. Jahrhunderts.
Neben seinen herausragenden Malereien war
Knaus auch ein brillanter Zeichner. Seine Werke wurden bereits zu seinen Lebzeiten im In- und Ausland hoch geschätzt und erfreuen sich auch heute noch großer Beliebtheit in französischen und amerikanischen Museen.
Das Museum Wiesbaden beherbergt ein großes Konvolut an Arbeiten dieses einstmals so gefeierten Meisters. Eine Auswahl aus dem eigenen Bestand zeigt eindrucksvoll, warum Ludwig Knaus im 19. Jahrhundert eine so große Popularität genoss.

Mit einzigartiger Beobachtungsgabe zeigt der Künstler sensibel und einfühlsam menschliche Verhaltensweisen auf und entfaltet mit großer Nähe zu den Dargestellten ein psychologisches Gesellschaftsbild seiner Zeit, das alle
Schichten umfasst. Insbesondere durch seine differenzierte Charakterisierung bäuerlicher Typen gelang es ihm, das ländliche Leben in all seinem Facettenreichtum darzustellen.
Innerhalb der Ausstellung werden auch 15 Zeichnungen gezeigt, die bislang unbekannt waren und nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.


 

Ludwig Knaus, Die Katzenmutter, 1856
(c) Museum Wiesbaden

 

 

 

K.O. Götz

11 Jul – 12 Okt 2014

Als eines der ersten deutschen Museen wandte sich das Museum Wiesbaden ab den frühen 1950er-Jahren der in Entstehung begriffenen Strömung des Informel zu. Ein Protagonist dieser Bewegung war Karl Otto Götz, der in Wiesbaden 1953 zum ersten Male ausgestellt wurde. 1955 zeigte er drei Gemälde in der Ausstellung "glanz und gestalt — ungegenständliche deutsche kunst" und 1957 war er in der bahnbrechenden Ausstellung "couleur vivante" abermals in Wiesbaden vertreten. Mit dem Gemälde Krakmo von 1957 besitzt das Museum Wiesbaden eines der schönsten und bewegtesten Werke des Künstlers.

Im Februar 2014 feiert Karl Otto Götz seinen 100. Geburtstag. Aus diesem Anlass widmen ihm das Museum Wiesbaden, die Nationalgalerie Berlin und das Museum Küppersmühle eine umfassende Werkschau. Rund 60 Hauptwerke des Künstlers werden einen Einblick in Götz' vielschichtiges, nunmehr über acht Jahrzehnte währendes
OEuvre vermitteln. Wirbelnde, explodierende Formen und zeichenhafte, abstrakte Strukturen — Götz' Werk ist geprägt von der Suche nach unmittelbarer, freier Form, nach einem "poetischen Ausdruck im Ungegenständlichen", wie der Künstler
selbst beschreibt.
Die Ausstellung möchte den Blick vor allem auf serielle Prozesse lenken, auf Zufälligkeiten, aber auch auf wiederkehrende Bildideen und Rhythmen, die seinen Bildern gleichermaßen Dynamik und Ordnung verleihen. Dabei wird auch Götz' Einfluss auf zukünftige Künstlergenerationen, wie auf seine berühmten Schüler Sigmar Polke oder Gerhard Richter, offenkundig.
Das Spektrum der Präsentation reicht von frühen, dem Surrealismus nahe stehenden "Luftpumpenaquarellen", Fotogrammen und Bildfakturen über die berühmten Rakelwerke
der 1950er- und 1960er-Jahre bis hin zu prägnanten Beispielen aus dem Spätwerk.

 

 

 

 

 

K.O. Götz, Krakmo, 1958
(c) Museum Wiesbaden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

Sand

18 Jul 2014 –18 Jan 2015

Form, Farbe, Bewegung, Zeit — alle vier Themen der naturhistorischen Dauerausstellung sind in einem Raum vereint, wenn es um Sand geht. Es gibt ihn in allen Farben und die Körner können verschiedenste Formen haben.
Wasser, Wind und Schwerkraft bewegen Sande über weite Strecken. Lagern sie sich ab, entsteht Sandstein, der mit der Zeit wieder verwittert — so können mehrfach "recycelte" Sande sehr alt sein. Die neue Sandsammlung des Museums zeigt die beeindruckende Vielfalt der Sande der Welt.

 

 

 

 

 

Sande aus der Sandsammlung des Museum Wiesbaden

Goethe - Faust - Beckmann

2 Okt 2014 – 18 Jan 2015

Im Jahr 1977 gelang es dem Museum Wiesbaden gemeinsam mit dem Bund aus Frankfurter Privatbesitz eines der bedeutendsten Werkkomplexe der deutschen Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts zu erwerben: Den vollständigen Zyklus – bestehend aus 143 Federzeichnungen – von Max Beckmann (1884–1950) zur Dichtung Faust II von Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832). Die Blätter entstanden im Auftrag von Georg Hartmann (1870–1950), ehemaliger Vorsitzender des Freien Deutschen Hochstiftes, zwischen dem 15. April 1943 und dem 15. Februar 1944 in Amsterdam. Für Beckmann selbst, der für Hartmann bereits den Zyklus Apokalypse illustrierte, handelte es sich um ein großes Werk, an dem er intensiv, teilweise bis zur körperlichen Erschöpfung arbeitete. Es existieren nur Bleistiftskizzen und diese Tuschezeichnungen, da eine geplante Auflage kam nie zustande.

Die allgemeine Auseinandersetzung mit dem großen Dichter Goethe, dessen Text, der „eine höhere, breitere, hellerer, leidenschaftslosere Welt“ schildert als noch in Faust I, in der Vermengung des eigenen starken Charakters und seiner eigenen „Bombensorgen“ im Exil ließen das Werk zu einem gleichnishaften, überzeitlichen Spiegel unserer Gesellschaft werden. Beckmann gestaltet in diesen Zeichnungen an und mit Goethes dichtem Text seine Themen, immer und immer wieder: das Verhältnis von Mann und Frau, die irdische Welt als Bühnestück, das ganz im Sinne Shakespeares gespielt werden muss, sein Selbstbild – er zeigt sich als Faust und Mephisto –, die letzten Dinge und das bewegte Zeitgeschehen.
Aufgrund dieser Verquickung der eigenen Themenwelt mit Goethes Dichtung konnte Beckmann nach Fertigstellung selbstbewusst schreiben: „Glauben Sie nur nicht, dass ich den alten Optimisten für diese Zeichnungen gebraucht hätte. Ich bewege mich in den gleichen Regionen, dort bin ich auch zu Hause.“
Der komplette Zyklus, der dem Goethe-Museum in Frankfurt als Dauerleihgabe übergeben wurde, wird nach über zehn Jahren erstmals wieder präsentiert. 


 

Max Beckmann:
Selbstbildnis als Faust, 1943/44,
Museum Wiesbaden, Dauerleihgabe
Goethe-Museum Frankfurt a/M.
© Max Beckmann bei VG Bild-Kunst,
Bonn 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fred Sandback
Retrospektive der Zeichnungen

28 Nov 2014 – 22 Feb 2015

Mit der Präsentation der Zeichnungen von Fred Sandback (1943-2003) erfüllt sich das Museum Wiesbaden einen lange gehegten Wunsch. Bereits vor einigen Jahren wurden Arbeiten des Künstlers für die Sammlung erworben, die nun erstmals in größerem Kontext vorgestellt werden können.

Das Werk Sandbacks steht für eine der zentralen Positionen nordamerikanischer Kunst der letzten 50 Jahre. Schon mit der geringsten Setzung – dem Ziehen einfacher Geraden auf einem Stück Papier – entsteht bei Sandback eine Räumlichkeit, die nicht nur das eigentlich Gezeichnete umfasst, sondern darüber hinausgehend auch einen Umraum vorstellt. Dass dabei die verwendeten Bildmittel – sprich: Linie in Fläche und Raum – in der Zeichnung wie in der skulpturalen Ausführung (mittels Draht, Garn oder Gummischnüren) fast deckungsgleich sind, trägt zum engen Verhältnis dieser Medien in seinem Werk bei.
Dabei bleibt auch in der räumlichen Ausführung die plastische Dimension letztlich bloß vorgestellt, da nur Umrisse und keine Körper gegeben werden. In der Zeichnung aber verschärft sich der Grad der Abstraktion noch, indem auch der Raum, in dem sich diese Linien befinden, erst visuell definiert werden muss. Die Zeichnungen Sandbacks dienen in seinem Werk weniger der skizzenhaften Vorbereitung später ausgeführter Verspannungen im Raum, sondern sind vielmehr als zusätzliche Ebene im Konzept, mithin als erweitertes Ausdrucksmittel seiner Kunst zu sehen.

Die zuvor in Winterthur und Bottrop gezeigte Retrospektive der Zeichnungen wird in Wiesbaden ergänzt durch zentrale skulpturale Arbeiten, welche das Verhältnis zwischen der Zeichnung und den Arbeiten im Raum in besonderem Maße anschaulich werden lassen.

 

Fred Sandback, Ohne Titel, 1992

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Projektraum 2014

Sabrina Haunsperg
Mär – Mai 2014

Helga Schmidthuber
Jun – Sep 2014

Jan Wawrzyniak
Okt 2014 – Feb 2015

   


 

   
   

 

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