Walter Dexel - Druckgraphisches Werk
Dexel Das schräge U, 1930
Ab 21. Februar 2010 zeigt das Museum Wiesbaden eine umfassende Ausstellung des graphischen Werkes von Walter Dexel, aus der Sammlung Luiza und Walter Vitt.

1890 geboren, wird Walter Dexel schon früh zu einer der bedeutendsten Figuren des Konstruktivismus. Sowohl als Künstler wie auch als Kurator, Designer und Architekt ist er eine der herausragenden Persönlichkeiten der 1920er und 1930er Jahre. Enge Kontakte pflegt er zum Bauhaus und zu den Künstlern der Gruppe De Stijl.
Nachdem seine Kunst vom nationalsozialistischen Regime als „entartet" verfemt wurde, gibt Dexel den Großteil seines Schaffens auf und findet erst 1962 zurück zu künstlerischen Ausdrucksformen.

Mit einer Auswahl von rund 70 Blättern des insgesamt nur 100 Arbeiten umfassenden druckgraphischen Werkes wird der selbständige Weg Dexels von frühen abstrakt-kubistischen Bildkonzepten hin zu einer visionären konstruktivistischen Formensprache in der Ausstellung nachvollzogen. Auf beeindruckende und konsequente Weise entwickelt sich sein, Werk von den expressionistisch beeinflussten frühen Holzschnitten hin zu den anonymen Flächengeometrien der späten Siebdrucke.

Nicht nur im Bereich der bildenden Kunst zählte Dexel zur Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts. Das Konzept einer klaren, reduzierten Bildsprache verstand er als umfassendes Gestaltungsideal auch im Bereich der Gebrauchsgraphik. Seine Arbeiten und Ideen auf den Gebieten der Reklame, der Typographie, der Architektur, des Bühnenbilds und sogar der Gestaltung von Verkehrsschildern sind wegweisend im Bereich des angewandten Designs.