Schließen
zurück zur Übersicht

Provenienzforschung

Bislang kann infolge der Provenienzrecherche bei 20 Erwerbungen ein NS-verfolgungsbedingter Entzug ausgeschlossen werden. Bei vier Gemälden wurde ein NS-verfolgungsbedingter Entzug festgestellt, dem jeweils eine Restitution an die Erben der Eigentümer folgte. Für den überwiegenden Teil der Erwerbungen konnte die Provenienz im Rahmen der Recherchen bislang nicht vollständig geklärt werden.

Während des letzten Teilprojekts (Januar bis Dezember 2014) wurde aufgrund eines „Zufallfundes“ als Nebenergebnis der Provenienzforschung zu Erwerbungen aus dem Zeitraum 1935–1945 die Untersuchung der Provenienz des 1980 als Schenkung in die Sammlung gelangten Gemäldes „Die Labung“ von Hans von Marées vorgezogen. Das Bild wurde im April 2014 an die Erben nach Max Silberberg restituiert und konnte im Anschluss daran für die Sammlung des Museums Wiesbaden erworben werden.

Pressemitteilung der Restitution des Gemäldes Hans von Marées. 

Ausblick

Seit Januar 2015 hat die „Zentrale Stelle für Provenienzforschung in Hessen“ mit Sitz im Landesmuseum Wiesbaden ihre Arbeit aufgenommen. Die Stelle soll die drei hessischen Landesmuseen Wiesbaden, Kassel und Darmstadt in die Lage versetzen, sich ihrer Verantwortung zu stellen und systematisch ihre Sammlungen nach möglichem NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kunst- und Kulturgut zu überprüfen. Geplant ist zunächst, dass die beiden Provenienzforscherinnen (Miriam Olivia Merz und Ulrike Schmiegelt-Rietig) den Forschungsstand der Landesmuseen in Hessen abgleichen und gemeinsam mit den Museen eine Verdachtsliste von potentiell NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kunstwerken erstellen.

Zentrale Stelle für Provenienzforschung in Hessen.